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Am 20.12.2004 starb unser geschätzter Musikkamerad und Freund Josef Zöschg. Als Gründungsmitglied und ehemaliger Obmann (1990-1999) hat er sich unermüdlich für das Wohl unserer Kapelle eingesetzt .
Du wirst uns fehlen, Sepp! |
Sepp Zöschg als Mitgründer der Musikkapelle Goldrain / Morter
Sepp Zöschg war einer von den 14 Anwesenden bei der Gründung, am 17.11.1985, im Stübele beim Bruggenwirt. Zu Beginn der musikalischen Tätigkeit der Musikkapelle Goldrain / Morter war er als ehemaliger Musikant bei der Musikkapelle in Ulten einer von den Wenigen, die bereits ein Instrument spielen konnten. Von den 30 aktiven Musikanten bei der Einweihung im September 1986 waren nur 6 Musikanten, die vorher bereits ein Instrument spielen konnten (Sepp Zöschg, Sepp Unterthurner, Iti Crepaz und Abi Crepaz, Klaus Werner und Hans Klöckner). Demnach spielte Sepp Zöschg einige Jahre lang die 1. Klarinette.
Die Wahl zum Obmann der Musikkapelle Goldrain / Morter
Am 10.09.1990 hat der Gründungsobmann Hans Klöckner bei einer Ausschusssitzung zum zweiten Mal und diesmal endgültig seinen Rücktritt als Obmann erklärt. Für eine Übergangszeit, bis zur Neuwahl, wurde der damalige Vize-Obmann Luis Oberhofer als sein Ersatz bestimmt. Sowohl Luis Oberhofer als auch andere Ausschussmitglieder, zu denen zu dieser Zeit Sepp Unterthurner, Oswald Stricker, Klaus Schwabl und Arnold Haringer gehörten, hatten bereits im Vorfeld erklärt, sich nicht der Wahl zum neuen Obmann zu stellen. In dieser Zeit der Ungewissheit über die künftige Neuwahl hatte Sepp Unterthurner wesentlichen Einfluss auf Sepp Zöschg genommen, so dass dieser ihm eines Abends im Obermoosburg-Keller bei einem Glasl Wein gestanden hat: "...... wenn es wirklich niemand tun will, so mache ich es .....". Am 04.11.90 fand im Gasthof Edelweiß in Goldrain die außerordentliche Vollversammlung mit Neuwahl des Obmannes statt, bei der dann Sepp Zöschg vorgeschlagen und mit 23 von 24 Stimmen, also mit allen Stimmen, außer seiner eigenen, zum neuen Obmann der Musikkapelle Goldrain / Morter gewählt wurde.
Während seiner Amtszeit
Sepp Zöschg kämpfte während seiner Amtszeit als Obmann mit Leib und Seele für den Fortbestand der Kapelle, die damals in eine schwere Krise geraten war und ständig um das Überleben rang. Für diese Aufgabe scheute er keine Zeitverluste und stellte oft seine eigene Arbeit als selbständiger Handwerker in den Hintergrund.
Innere Beweggründe für seine Motivation waren die Liebe zur Musik, die Erhaltung der Tradition sowie der Heimatstolz. Seinen Verein vertrat er nach außen immer mit Stolz und Ehre und versuchte auch in der schwierigen Zeit das Gesicht der Kapelle zu wahren. In finanzieller Hinsicht hat er den Verein immer unterstützt und manchmal im Stillen, wahrscheinlich nur im Wissen der Allerwenigsten und ihm eng Vertrautesten Vereinskameraden, Geld aus eigenen Mitteln zu Gunsten des Vereines eingesetzt. Zu seinen Charaktereigenschaften gehörten damals wie bis zuletzt Menschlichkeit, Sinn für Geselligkeit und Kollegialität sowie Respekt allen Vereinsmitgliedern, besonders aber der jungen Generation gegenüber.
Zu den Höhen während seiner Amtszeit gehörten unter anderem sicherlich die 10 – Jahr –Feier der Musikkapelle Goldrain / Morter, die Fahnenweihe, die ihm einerseits ein Maximum an Energie abverlangte, andererseits aber auch sehr viel Anerkennung für sich und den Verein einbrachte sowie der langsam sichtbar gewordene Erfolg bei den jahrelangen Bemühungen zum Bau des Probelokals und nicht zuletzt die Kollegialität zu vielen Vereinsmitgliedern, die so bei mancher Bergtour ihren Höhepunkt fand.
Auch von Tiefen blieb Sepp leider nicht verschont: Der Tod seiner Mutter und Patin der Musikkapelle, kurz vor der Fahnenweihe im Jahr 1992, kostete ihm einiges an Kraft. Seine spätere Amtszeit als Obmann war von Reibereien geprägt, die im immer stärker bemerkbar gewordenen Generationenwechsel im Verein ihren Ursprung fanden und letztendlich in seiner wohl größten und für ihn nicht leicht zu verkraftenden Niederlage endeten: Nach nahezu 9jähriger Amtszeit, traf er selbst die Entscheidung, die Zügel abzugeben und trat im August 1999 als Obmann der Musikkapelle Goldrain / Morter zurück.
Sepp Zöschg hat fast 20 Jahre Vereinsgeschichte entscheidend mitgeprägt, mit der Übernahme der Obmannschaft, in der schwierigsten Zeit, als im ganzen Verein niemand diese Aufgabe übernehmen wollte, fast 10 Jahre lang sein Leben dafür aufopferte.
Nach seiner Amtszeit als Obmann
Seinen aufrechten Charakter, den er bis zuletzt erhalten und bewiesen hat, seine Liebe zur Musik, die Erhaltung der Tradition, seinen Heimatstolz und die Hingabe an den Verein, an dessen Aufbau er einen wesentlichen Teil seines Lebens, mit maximaler Anstrengung gewidmet hat, hat Sepp auch nach seiner Obmannschaft nicht aufgegeben.
Sepp war bis zuletzt ein begeisterter Musikant und einer der fleißigsten Probenbesucher. Neue Energie schöpfte er auch aus seiner Zusatztätigkeit im Verein, nämlich als er anfangs aushilfsweise die von Edith Klöckner und seiner Mutter Anna Zöschg spendierte Vereinsfahne tragen durfte.
Dass Sepp seine Liebe zum Verein nicht verloren hat, bewies der Kauf der Schleife für den Fähnrich, den er selbst organisierte und finanzierte. Diese Schleife, dessen Ankunft er kaum erwarten konnte, war gerade rechtzeitig vor der 200 – Jahr – Feier der Bürgerkapelle Schlanders, wo er sie das erste Mal trug, auf dem Postweg angekommen. Voll Freude und voll Stolz hat er die Schleife, noch am selben Tag seinem engsten und besten Kameraden und dem Obmann vorgeführt.
Niemand glaubte daran, dass unser Kamerad Sepp diese Schleife beim Auftritt in Schlanders das erste und das letzte Mal tragen wird.
Noch unfassbarer, noch unbegreifbarer war jedoch die Nachricht über den Gesundheitszustand unseres Kameraden.
Kraft und Freude gab ihm der Besuch einiger Musikkameraden am Krankenbett.
Niemand konnte es fassen; Niemand wollte es glauben, dass wir unseren Kameraden verlieren werden.
Kaum jemand vermochte es, Worte zu finden, zu tiefst getroffen über den rasch schlechter werdenden Gesundheitszustand unseres Kameraden, der gerade noch bei der Probe neben uns saß und plötzlich nicht mehr ist.