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Zur Geschichte der Musikkapelle Goldrain-Morter

Die Musikkapelle Goldrain/Morter wurde am 17. November 1985 im Gasthof „Bruggenwirt“ in Goldrain von 14 Interessierten aus den Dörfern Goldrain und Morter gegründet. Initiator der Gründung war der damalige Inhaber des „Restaurant Schanzen“ in Goldrain, Hansi Klöckner, der auch als erster Obmann des Organisationskomitees gewählt wurde. Die neu gegründete Musikkapelle Goldrain-Morter wurde als 200. Mitgliedskapelle in den Landesverband Südtiroler Musikkapellen (VSM) und als 22. im Bezirk Vinschgau aufgenommen.

Dem von der Gründung noch emotionsgeprägten, provisorischen Ausschuss erwartete bald die ernüchternde Aufbauarbeit. Von den Gründern waren bereits nach wenigen Wochen nicht mehr alle bereit die bevorstehenden Anforderungen auf sich zu nehmen und traten aus dem Verein wieder aus. Lediglich zwei Mitglieder verfügten über musikalische Vorkenntnisse. Die dringendsten Aufgaben waren daher die Mitgliederwerbung, die Suche nach einem Kapellmeister sowie nach einem geeigneten Proberaum. Die Anschaffung von Instrumenten und Trachten stand unmittelbar bevor und über dies drückte noch die Sorge der finanziellen Bewältigung.

Unter der Leitung von Friedrich Oberhofer, Musiklehrer und Mitglied der Musikkapelle Martell, wurde sofort die Probentätigkeit aufgenommen, die sich anfangs auf Notenlehre beschränkte. Nachdem Herr Oberhofer lediglich eine vorübergehende, aber von allen sehr geschätzte Unterstützung anbot, ging die Suche nach einem geeigneten Kapellmeister weiter. Ab April 1987 konnte Flavia Crepaz, eine junge Musiklehrerin aus Naturns, für dieses Amt gewonnen werden. Die Proben wurden damals noch bei Hansi Klöckner, jeweils am wöchentlichen Ruhetag im Restaurant Schanzen, abgehalten. Bald stellte die Fraktion Goldrain der neuen Kapelle einen Raum im Fraktionsgebäude am „Platzl“ zur Verfügung.
Mit Freude nahm man in den ersten Wochen und Monaten nach der Gründung weitere Interessierte, vor allem junge Buben und Mädchen aus den beiden Dörfern in die Kapelle auf. Es wurden gebrauchte Instrumente von einer Firma für Musikinstrumente geliehen und später angekauft. Auch die Anschaffung von Trachten musste bald in die Tat umgesetzt werden. Angesichts der Tatsache, dass die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt die Überlebenschance der neu gegründeten Kapelle gering einschätzte, verfügte die Kapelle über keine Einnahmequellen. Zur Überbrückung des finanziellen Notstandes musste ein Darlehen bei der Bank aufgenommen werden, für welches sich der Obmann Klöckner sowie sein Stellvertreter Luis Oberhofer zur Unterzeichnung eines Bürgschaftsvertrages bereit erklärten. Die besondere Wertschätzung gilt an dieser Stelle auch zwei Frauen, welche an den Fortbestand der neuen Kapelle glaubten und die Patenschaft der Musikkapelle Goldrain übernahmen. Es waren dies Frau Anna Zöschg, Bruggenwirtin in Goldrain und Frau Edith Klöckner, Ehefrau von Obmann Hansi Klöckner.

Am 21. September 1986 wurde die Einweihung der Musikkapelle Goldrain-Morter gefeiert. Der Verein setzte sich bis dahin aus 36 Mitgliedern zusammen (30 Musikanten, davon 3 Mädchen, Kapellmeisterin, 2 Patinnen, 2 Marketenderinnen und ein weiteres aktives Mitglied). Der erste öffentliche Auftritt wurde mit einer Messfeier in der St. Luziuskirche in Tiss gefeiert, musikalisch gestaltet vom Männergesangsverein Goldrain und einem anschließenden Festakt, begleitet von der Musikkapelle Martell, in einem von geladenen Gästen aus nah und fern und vielen Schaulustigen total überfüllten Kulturhaus in Morter.
Dem örtlichen Ereignis folgten mehrere Presseberichte in deutsch- und italienischsprachigen Medien über die Landesgrenzen hinaus, wobei die besondere Aufmerksamkeit Südtirols erster Kapellmeisterin in der zufällig zweihundertsten Kapelle galt.
Der gelungen vollzogenen Gründung folgten viele schöne, aber auch harte Jahre, welche neben allen schönen Seiten des Vereinslebens immer wieder Tiefschläge mit sich brachten.

Einige Ereignisse und Höhepunkte
Bereits nach zwei Jahren (1988) verließ Flavia Crepaz aus familiären Gründen die Kapelle und 1990 trat auch Hansi Klöckner als Obmann der Kapelle zurück. Ihm folgte Sepp Zöschg (Burggenwirt) als neuer Obmann. Damit war der erste „Lebensabschnitt“ der noch jungen Musikkapelle abgeschlossen und es begann eine neue Ära. Sepp Zöschg übte diese Aufgabe mit viel Freude, Traditionsbewusstsein und immer mit der Kameradschaft als oberstes Ziel neun Jahre lang aus.
1992 fand das freudige Ereignis der Fahnenweihe statt. Diese wurde vom plötzlichen Ableben der Patin Anna Zöschg überschattet. Sie verschied kurze Zeit zuvor und durfte ihren lang ersehnten Wunsch nicht mehr erleben.
1993: Teilnahme am Wertungsspiel beim Bezirksmusikfest in Burgeis, unter der Leitung von Kapellmeister Manfred Horrer (88 Punkte in der Unterstufe).
1995: Teilnahme am Wertungsspiel beim 13. Landesmusikfest in Meran, unter Leitung von Kapellmeister Manfred Horrer (88,3 Punkte in der Unterstufe)
Im Jahre 1996 unternahm die Kapelle anlässlich des 10jährigen Bestehens einen dreitägigen Ausflug nach Prag.
1999: Erneuter Wechsel in der Vereinsführung. Hanspeter Rinner aus Morter, tritt aus den eigenen Reihen das Amt des Kapellmeisters an. Sein Einsatz, war von Fleiß und Fachkundigkeit geprägt, mit besonderem Augenmerk auf die Heranbildung von Jungmusikanten. Kurz davor übernahm Harald Plörer, auch aus Morter, im Alter von nur 20 Jahren die Obmannschaft der Musikkapelle Goldrain-Morter, welche er seitdem mit sehr viel Einsatz und Opferbereitschaft ausübt. Beide haben an der Weiterentwicklung der Musikkapelle Goldrain-Morter entscheidend mitgewirkt.
2000: Freundschaftsbesuch beim Musikverein Schlat in der Nähe von Ulm in Deutschland.
2000: Gemeinsame Aufnahme eines Tonträgers mit der Bürgerkapelle Latsch und der Musikkapelle Tarsch, mit gemeinsamem Abschlusskonzert in Latsch.
2001: Bezug des neuen Probelokales in Morter. Die Idee zum Bau eines eigenen Probelokales geht noch auf die Amtszeit von Gründungsobmann Hans Klöckner zurück. Damals blieb alles unverrichteter Dinge, da ein derartiges Bauvorhaben nur gemeinsam mit einem öffentlichen Projekt zu verwirklichen war. Unter der Amtszeit von Obmann Sepp Zöschg wurden im Zuge des Neubaus der Grundschule in Morter die ersten konkreten Schritte unternommen. Die Mitarbeit in der Endphase leistete schlussendlich mit großem Einsatz der derzeit amtierende Obmann Harald Plörer. Damit hat nach 15 Jahren der kleine Saal im Gebäude der Fraktion Goldrain am „Platzl“ als Probelokal ausgedient.
2005: Nach mehrjähriger, ausgezeichneter und von allen mit Wertschätzung angenommener Arbeit, schien unerwartet eine Zusammenarbeit zwischen dem amtierenden Obmann und dem Kapellmeister nicht mehr möglich.
Seitdem steht der Musikkapelle Goldrain-Morter neben dem Obmann Harald Plörer, Markus Jakob Laimer aus Gratsch als Kapellmeister vor.
Erwähnenswert ist, dass es in den letzten Jahren trotz wiederkehrender Schwierigkeiten immer wieder gelungen ist, im Wesentlichen eine gute Harmonie zwischen Jung und Alt in der Kapelle zu bewahren sowie die Kameradschaft durch gesellige Anlässe, wie Grillabende, gemeinsame Bergtouren, oder gemütliches Beisammensein, zu erhalten.
Die Musikkapelle Goldrain-Morter besteht derzeit aus 45Mitgliedern, davon 38 aktive Musikanten/Innen, 4 Marketenderinnen, 1 Ehrenmobmann, der Fahnenpatin und einem Fähnrich.
Weiters besuchen ca. 27 Musikschüler/Innen die Musikschulen in Schlanders und Latsch.
Die Kapelle leistet im Jahr rund 24 musikalische Auftritte und ca. 60 Musikproben.

Die Kapellmeister der Musikkapelle Goldrain Morter:

Flavia Crepaz – Naturns (1986-1988), Helmuth Verdross – Schlanders (1989 – 1990), Raimund Polin – Mals (1991), Günther Dangl – Prad (1991 – 1992), Manfred Horrer - Schlanders(1992 – 1997), Stefan Gritsch – Naturns (1997 – 1999), Johann Peter Rinner - Morter (1999 – 2005), Markus Jakob Laimer – Gratsch (seit 2005 – 2010), Josef Kofler – Tschars (seit 2010).

Die Obmänner:
Hansi Klöckner – Goldrain (1985-1990), Sepp Zöschg (Bruggenwirt) – Goldrain (1990-1999), Harald Plörer – Morter (seit 1999).

Stabführer: Roman Perfler – Goldrain (1986-1999), Sepp Unterthurner – Goldrain (seit 1999)

Vorstand: Harald Plörer (Obmann), Christian Ratschiller (Vizeobmann), Stefanie Ladurner (Jugendleiterin Goldrain), Maria Kuppelwieser (Jugendleiterin Morter), Elisabeth Prieth (Schriftführerin), Patrick Ratschiller (Kassier), Sandra Platzer (Notenarchiv), Oswald Stricker (Archivar), Sepp Unterthurner (Stabführer), Josef Kofler (Kapellmeister)

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